Časopis Slovo a slovesnost
en cz

Areály jazykového kontaktu ve střední Evropě a německo-český mikroareál ve východním Rakousku

Stefan Michael Newerkla

[Články]

(pdf)

Language contact areas in Central Europe and the German-Czech micro-area in Eastern Austria / Sprachkontaktareale in Mitteleuropa und das deutsch-tschechische Mikroareal in Ostösterreich

A B S T R A C T
Not only does pluricentric German display characteristic features of Standard Average European, but it also comprises several distinguishing features in various contact areas with Baltic, Finno-Ugrian and Slavic languages. Therefore, it seems justified to speak not only of one Central European language area, but of several varyingly distinct and overlapping language contact areas in Central Europe. Like isoglosses, which constitute certain dialect areas in dialectology, bundled language contact phenomena distinguish certain contact areas from others. A major language contact area in Central Europe – merely one out of several – is the contact zone which we can associate with the former centre of the Austro-Hungarian Empire, with German, Hungarian, Czech and Slovak as its core languages as well as Polish and Slovene as its only partially involved peripheral languages. From this contact area, a micro-area emerged in Vienna and Eastern Austria that was particularly affected by the influence of Czech on German.

Z U S A M M E N F A S S U N G
Die sprachliche Situation in der Mitte Europas hat sich über viele Jahrhunderte hinweg bis heute als sehr komplex erwiesen. Das plurizentrische Deutsche wurde und wird in unterschiedlichen Varietäten in einem Sprachraum mit beträchtlicher Nord-Süd-Ausdehnung gesprochen bei gleichzeitig in früheren Jahrhunderten bis weit nach Osten reichender Verbreitung. So wie das Deutsche heute einerseits Merkmale des europäischen Normaltyps (Standard Average European) aufweist, so sind auch in den diversen Kontaktbereichen mit den baltischen, finnougrischen und slawischen Sprachen differenzierte Erscheinungen auf den unterschiedlichsten Ebenen festzumachen, die es gerechtfertigt erscheinen lassen, nicht von einem mitteleuropäischen Sprachareal zu sprechen, sondern besser von mehreren, unterschiedlich großen und verschiedentlich stark ausgeprägten, einander bisweilen überschneidenden Kontaktarealen in Mitteleuropa. So wie in der dialektologischen Forschung Isoglossenbündel bestimmte Dialektgebiete hervortreten lassen, so heben gebündelte Sprachkontakterscheinungen bestimmte Kontaktareale von einander ab. Ein solches zentrales Sprachareal in Mitteleuropa – aber eben nur eines von mehreren – bildet zweifellos jener Kontaktbereich, den wir in groben Zügen mit dem Kerngebiet des alten Österreich assoziieren können und der Deutsch, Ungarisch, Tschechisch und Slowakisch als Fokussprachen sowie Polnisch und Slowenisch als nur teilweise beteiligte Marginalsprachen umfasst. Aus diesem Kontaktareal lässt sich unter anderem ein Subareal herausschälen, dass vor allem durch den Einfluss des Tschechischen auf das Deutsche in Ostösterreich bzw. Wien geprägt wurde.

Key words: language contact areas, Central Europe, German-Czech language contact, Czech influence on German, Austria
Klíčová slova: areály jazykového kontaktu, střední Evropa, německo-český jazykový kontakt, působení češtiny na němčinu, Rakousko

Daný článek je on-line k dispozici v databázi CEEOL.

Institut für Slawistik der Universität Wien
Universitätscampus AAKH Hof 3, Spitalgasse 2–4, 1090 Wien, Österreich
stefan.newerkla@univie.ac.at

Slovo a slovesnost, ročník 68 (2007), číslo 4, s. 271-286

Předchozí Juraj Dolník: Normálny stav normy spisovného jazyka

Následující Jiří Nekvapil: Kultivace (standardního) jazyka