Časopis Slovo a slovesnost
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Jazykový úzus vs. postoj k jazyku v Čechách: výsledky empirického a sociolingvistického výzkumu v západních Čechách a v Praze

Lenka Bayerová-Nerlichová

[Články]

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Language use vs. language attitudes in the Czech language: An empirical and sociolinguistic study from West Bohemia and Prague

A B S T R A C T
This article summarizes a publication (Bayer, 2003) based on two studies of language use and attitudes conducted in West Bohemia and Prague in 1998 and 1999 in which language material from a total of 105 participants was analysed. The bases for analysis were the phonetic and morphological characteristics of Standard Czech (SC) and Common Czech (CC). Participant selection was based on gender, education level and place of residence. Interviews were conducted in both formal and informal situations. The results of these interviews were compared with those of a concurrently conducted survey, in which the participants interviewed then provided information indicating their attitudes towards SC or CC. This comparison revealed a relationship between actual language use and attitudes toward the two language varieties – a discrepancy between the positive attitude towards SC and the great infrequency of its use. The gender and regional affiliation of the speakers had only a very minor impact on this relationship, whereas education proved to be an important factor. Finally, the causes of the discrepancy identified were investigated. On the basis of comments, primarily those made by student participants, the insufficiency of the linguistic education in schools is postulated.

Z U S A M M E N F A S S U N G
Sprachgebrauch vs. Spracheinstellung im Tschechischen: Ergebnisse einer empirischen und soziolinguistischen Untersuchung in Westböhmen und Prag

Der Artikel stellt die wichtigsten Ergebnisse einer in Buchform erschienenen Studie (Bayer, 2003) vor. Die Studie basiert auf zwei Untersuchungen, die in den Jahren 1998 und 1999 in Westböhmen und Prag durchgeführt wurden. Insgesamt wurde das Sprachmaterial von 105 Respondenten ausgewertet. Der Auswahl der Respondenten wurden das Geschlecht, die Bildung und der Wohnort zugrunde gelegt. Die Interviews wurden jeweils in formellen und informellen Situationen durchgeführt. Die lautlichen und morphologischen Merkmale des Standard- (ST) bzw. Gemeintschechischen (GT) bildeten die sprachliche Vergleichsgrundlage.
Die Ergebnisse der Umfragen wurden schließlich den Ergebnissen einer indirekten Enquete, die parallel zu den Interviews verlief, gegenübergestellt – die selben Respondenten machten Angaben, die einen Umriss der Einstellung (Attitude) der Sprecher zum ST bzw. GT ermöglichten. Die Gegenüberstellung der Daten ergab ein Verhältnis zwischen dem sprachlichen Usus und der Einstellung zu den beiden genannten Varietäten. Hier zeichneten sich deutliche Diskrepanzen zwischen der positiven Einstellung zum ST und dem geringen Gebrauch dieser Varietät ab. Das Geschlecht und die regionale Zugehörigkeit der Sprecher beeinflussten das Verhältnis der beiden Variablen nur marginal, die Bildung stellte sich dagegen als ein wichtiger Faktor heraus.
Abschließend wurde nach den Ursachen der festgestellten Diskrepanzen gesucht. Aufgrund der Kommentare und Aussagen, v. a. der Studenten, die an der Studie teilnahmen, zeichnete sich u. a. eine nicht genügende sprachliche Erziehung und Aufklärung in den Schulen ab.

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Sprachenzentrum der Universität Erlangen-Nürnberg
Bismarckstraße 1, 91054 Erlangen, Deutschland
lanerlic@phil.uni-erlangen.de

Slovo a slovesnost, ročník 65 (2004), číslo 3, s. 174-193

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