Časopis Slovo a slovesnost
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Language management as a cyclical process: A case study on prohibiting Sorbian in the workplace

Goro Christoph Kimura

[Články]

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Sprachmanagement als zyklischer Prozess: Eine Fallstudie zum Verbot des Sorbischen am Arbeitsplatz

A B S T R A C T
The aim of this paper is to re-examine the process model of LMT from theoretical as well as practical perspectives in order to harmonize it with other process models and widen its scope of analysis. In contrast to the ‘classic’ LMT process model, other process models on policy and management usually include a post-implementation stage. To examine the utility of this stage, a concrete case concerning the ‘prohibition’ of the use of Sorbian at an institution in eastern Germany with German and Sorbian employees is investigated. In this case study, a revised process model is applied in order to analyze the employers’ attempts to regulate language choice in the workplace. Theoretical as well as empirical considerations suggest that the LMT process model could profit from including a post-implementation stage of feedback, which gives the process a cyclical character.

Z U S A M M E N F A S S U N G
Als Alternative zu üblichen Forschungen zur Sprachenpolitik, die die Makro-Ebene bevorzugt thematisieren, wurde die Sprachmanagement-Theorie als umfassender Ansatz vorgeschlagen, der die verschiedenen Ebenen integriert behandeln kann. Das Ziel dieses Beitrags ist, das Prozessmodell der Sprachmanagement-Theorie kritisch zu beleuchten. Ein Vergleich des Sprachmanagement-Prozessmodells mit Prozessmodellen aus Politik und Wirtschaft zeigt, dass dem herkömmlichen Sprachmanagementmodell eine reflexive Phase nach der Durchführung, die rückblickende Evaluation (feedback), fehlt. Um diese theoretische Erkenntnis zu überprüfen, wird eine Fallstudie durchgeführt. Es handelt sich um ein typisches Beispiel, bei der sich die Mehrheit durch eine Sprache der Minderheit, die sie nicht verstehen kann, verunsichert fühlt. So wurde an einem Arbeitsplatz im traditionellen sorbischen Siedlungsgebiet in der Lausitz im Osten Deutschlands die sorbische Sprache de facto verboten. Es sollte in einer Sprache kommuniziert werden, die alle verstehen, in diesem Falle Deutsch. Dagegen kamen Proteste auf. Die Analyse der Reaktionen des Arbeitgebers auf die wiederholten Proteste weist eine rückblickende Evaluation der eigenen Handlungen auf, die jeweils zum nächsten Management-Prozess führte. Durch die Fokussierung auf diese evaluative Phase kann der Zusammenhang zwischen den einzelnen Prozessen verdeutlicht werden. So zeigen theoretische und praktische Überlegungen, dass das Hinzufügen einer rückblickenden Phase nicht nur für eine bessere Integration des Ansatzes des Sprachmanagements in die größere Forschungslandschaft vorteilhaft ist, sondern auch das Verständnis konkreter Vorgänge vertiefen kann.

Key words: language management, process model, feedback, policy cycle, management cycle, policy evaluation, Sorbian, majority-minority relations

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Sophia University, Faculty of Foreign Studies
Chiyoda-ku, Kioi 7-1, Tokyo 102-8554, Japan
g-kimura@sophia.ac.jp

Slovo a slovesnost, ročník 75 (2014), číslo 4, s. 255-270

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